Philippinen

Die Philippinen tragen fast zwei Millionen Tonnen zum weltweiten Ozeanplastik-Problem bei.

Auf den Philippinen hat die Plastic Bank im November 2016 das zweite Ökosystem für „Soziales Plastik“ gestartet.  

 

In der Liste der Ellen MacArthur-Stiftung stehen die Philippinen weltweit auf Platz drei der Verursacher von Plastikmüll – hinter China und Indonesien.

Überblick

100 Millionen Menschen leben auf den 7.500 philippinischen Inseln im Westpazifik. Die Bevölkerungsdichte ist zehnmal so hoch wie in den USA.

Eine überdurchschnittliche Armutsquote, die weit verstreute Inselgeographie und die fehlende Infrastruktur  tragen hier zur Ozeanplastik-Krise bei.

Erfolgreiches Pilotprojekt wird erweitert

Unsere erste Filiale wurde 2017 mit der Unterstützung von World Vision und Procter & Gamble im Stadtviertel Baseco (Manila Stadt) eröffnet. Unser Pilotprojekt half uns, das erfolgreiche haitianische Modell an die Gegebenheiten auf den Philippinen anzupassen.

Wir haben Verbindungen zu existierenden Trödelläden, informellen Sammlern und der Lokalregierung geknüpft und konnten sie überzeugen, dass wir mit einigen Anpassungen die Sammeltätigkeit steigern und die Lebensbedingungen benachteiligter Gruppen verbessern können.

2018 begannen wir zu expandieren. Aktuell konzentrieren wir uns auf Naga City in der Provinz Camarines Sur. Dort kooperieren wir mit dem Müllsammlerverband Balatas-Kadamay Association in enger Abstimmung mit der Lokalregierung von Naga Stadt und setzen ein Genossenschaftsmodell für 176 Plastiksammler um.

Von der Subsistenzwirtschaft zum Unternehmertum

Seit zwei Jahrzehnten sortieren die Mitglieder des Müllsammlerverbandes Balatas-Kadamay Association wiederverwertbare Abfälle und verkaufen sie jeweils in Eigenregie an Trodelläden. Durch diese Zusammenarbeit ließ sich ein höherer Preis für den Kunststoff erzielen, und die Kooperative konnte einen kollektiven Sparfonds einrichten.

Vom Rand in die Mitte gerückt

In der Vergangenheit standen sie ganz unten in der Recycling-Pyramide. Im Rahmen der Genossenschaft können sie jetzt jeden Monat fast 12.000 kg Plastik rückführen und verkaufen den gereinigten, getrockneten und sortierten Kunststoff direkt an die verarbeitenden Partnerunternehmen der Plastic Bank.

Kürzlich hat die Stadtregierung von Naga die Genossenschaft zum Sammelabnehmer für die 27 Rückgewinnungsstellen in allen Barangays (Wohnbezirken) von Naga Stadt ernannt.

Von den Graswurzeln zur Plattform

Die Genossenschaft ist zur einflussreichen Stimme im Dialog über Festmüllmanagement und Armutsbekämpfung geworden.

UNESCAP hat den Präsidenten der Balatas-Kadamay Association zum  Sprecher der Plastiksammler im globalen Dialog ernannt.